Stadtbezirks-AWG in Dresden-Ost

Auf dem ersten Großstandort des komplexen Wohnungsbaus, in Dresden-Leuben, verfügten wir im Oktober 1971 über unsere sechstausendste Wohnung. Dem schloss sich in den Folgejahren eine immense Entwicklung an, hatte doch die DDR die Lösung der Wohnungsfrage zur Staatsangelegenheit gemacht. Durch Festlegungen des AWG-Beirates der Stadt im Herbst 1971 wurden wir Stadtbezirks-AWG von Dresden-Ost. Dies bedeutete, dass wir Rechtsträger von allen genossenschaftlichen Bauvorhaben dieses Dresdner Stadtbezirkes wurden.

12.600 Wohnungen im Bestand

Bis 1978 erhöhte sich der Wohnungsbestand der WG Aufbau auf 12.600 Wohnungen, bei einer Mitgliederzahl von 13.300, wobei die Zahl möglicher AWG-Neuaufnahmen die Stadt vorgab.

Wohngebiete an der Stübelallee und Comeniusstraße, der Bodenbacher Straße, in Dobritz, Seidnitz und Gruna kamen dank des engagierten Mittuns der AWG-Mitglieder in unseren Besitz, weil von den genossenschaftlichen Wohngebieten hinsichtlich der eigenen Gestaltung von Außenanlagen viel beispielgebende Initiative ausging.

Gebietsaustausch von Wohnanlagen

Von den fünf Stadtbezirks-AWGen wurde seitens der Stadt nunmehr erwartet, dass hinsichtlich der Wohnanlagen, welche die Genossenschaften in anderen Stadtbezirken hatten, untereinander Gebietsaustausche durchgeführt werden. Auch dadurch kamen wiederum Mitglieder zu uns, die einmal in andere AWGen eingetreten waren. Dies betraf beispielsweise Genossenschafter der AWG des Transformatoren- und Röntgenwerkes, der AWG Fortschritt und der AWG Glückauf Süd.

Betroffen von diesen Gebietsaustauschen waren Wohnanlagen an der Knappestraße, der Hepkestraße, der Lauensteiner und Eibenstocker Straße, der Winterbergstraße u.a. Wie dies im Laufe der Zeit für AWG-Mitglieder mit einigen Wechseln verbunden war, beschreibt Hans Georg Herzig aus der Seidnitzer Wohnanlage Prof.-Ricker Straße so:

"Unsere 1954 gegründete AWG VEB Feinstmaschinenbau und angeschlossene Betriebe errichteten 1955/56 die Häuser, in denen wir seit dieser Zeit wohnen. Die Genossenschaft nannte sich 1962 in AWG Neues Heim um. Die AWG Neues Heim schloss sich aber 1965 der AWG Glückauf Süd an, damit wurden wir deren Mitglieder. 1980 gab es wieder einen Wechsel, indem wir zur Groß AWG Aufbau kamen, die für den Stadtbezirk Ost zuständig geworden war."

Als sich etwa zur gleichen Zeit die AWGen Kinowerke sowie Druck und Papier der AWG Fortschritt anschlossen, kamen knapp 100 Mitglieder dieser Genossenschaften zu uns, weil ihre Häuser Knappestraße in Dresden-Ost lagen.