Das schwere Erbe

Am 13. Februar 1945 nachmittags hatte Dresden einen Bestand von 220.000 Wohnungen. Stunden später waren 75.000 zerstört und verbrannt. Allein im Stadtzentrum und in der angrenzenden Johannstadt wohnten vor dem Bombenangriff 110.000 Menschen. Danach hatten hier lediglich noch eintausend von ihnen eine Bleibe.

Dresdens zerstörte Innenstadt

Fünf Jahre später, an einem Oktobersonntag des Jahres 1950, ging der von auswärts an der Technischen Hochschule gerade immatrikulierte Student Heinz Clemens durch Dresdens ehemalige Mitte, um seine Studienstadt kennenzulernen. Er schreibt:

"Meine Stadtwanderung sollte mich vom Neustädter Markt über die Augustusbrücke vorbei am zerstörten Schloss zum Hauptbahnhof führen. Die Straßen waren freigeräumt, rechts und links türmten sich die Ziegelberge. Da eine Straße wie die andere aussah, verlief ich mich und fand mich vor der noch halbwegs intakten Annenkirche wieder. Auf diesem ganzen Weg begegnete ich lediglich zwei Menschen. Man stelle sich vor - im Zentrum am Sonntagnachmittag. Zugegeben, weder das Wetter noch die Stadtmitte verlockten damals zum Spaziergang. Aber, so war die Dresdner Innenstadt noch Ende 1950."

Ja, so war Dresdens Zentrum damals und die Johannstadt war weitere fünf Jahre später noch so beschaffen - trotz aller angestrengten Enttrümmerung. Der Wiederaufbau hatte bis 1953 fast ausschließlich im Beräumen des Zerstörten bestanden und vorzugsweise war das unmittelbare Zentrum frei gemacht worden um dort 1953 die ersten Neubaumaßnahmen beginnen zu können.